Unser Porträt: Pastor Stephen Hamilton und das Victory Outreach Ministry

Der Gemeinderat des Victory Outreach Ministry, in der Mitte Pastor Stephen Hamilton

„Kirche ist Familie“, sagt Pastor Stephen Hamilton in seinem Gemeindebüro in Hamburg-Langenhorn begeistert. Und das meint er im Kleinen, wie im Großen. Für seine eigene Gemeinde, das „Victory Outreach Ministry“, sorgt er für spirituelle und auch soziale Gemeinschaft. Gottesdienste, Jugendarbeit, Anteilnahme untereinander, Ansprache – alles das lebt hier unter Menschen, die biografische Wurzeln in Ghana, Nigeria, Kenia, dem Kongo, Togo und der Ukraine haben. 

Aber er meint das auch im Großen: „Wir sind gemeinsam Kirche in dieser Stadt!“ Deswegen betet seine Gemeinde auch den gesamten September für die Bundesregierung, die Bürgerschaft, das politische Wohlergehen der Stadt, „in der wir gemeinsam zu Hause sind“.

Im September, wenn nach den Sommerferien das politische Geschäft wieder beginnt, betet seine Gemeinde für gute Entscheidungen, Verantwortungsbewusstsein oder konstruktive Gespräche, seitdem er sie 2008 gegründet hat.

Gemeinsam Kirche sein in gemeinsamen Räumen

Und weiter sagt er: „Lasst uns doch gemeinsam die Kirchen und Gemeindehäuser hier nutzen.“ Denn – wie die meisten Internationalen Gemeinden auf dem Gebiet der Nordkirche – hat auch er Räume gemietet. Er hat eine Büroetage in Hamburg-Langenhorn gefunden, andere Gemeinden würden sich sonntags auch in Lagerräumen versammeln, die oft in Außenbezirken lägen und schlecht erreichbar seien. Die Gemeinden finanzieren ihre Arbeit ausschließlich aus Spenden. Vom Topf der Kirchensteuern erhalten sie nichts, obwohl viele ihrer Mitglieder diese bezahlen.

Engagement in unserer Gesellschaft

Das Geld würde der Pastor viel lieber in die vielen Pläne investieren, die er hat: „Ich sehe zum Beispiel einen großen Bedarf für die immer mehr werdenden alten und pflegebedürftigen Menschen mit Migrationsgeschichte hier.“ Viele seiner Gemeindemitglieder arbeiten im Bereich der Pflege und Seniorenbetreuung. Sie erleben tagtäglich, dass gerade Menschen in Heimen, die schlecht Deutsch sprechen und hier keine Familie haben, unter Einsamkeit und Depressionen leiden. Für sie würde er gerne eine Tagesbetreuung organisieren, doch dafür fehlen Ressourcen und vor allem Räume. „Kirche ist für sie dann Familie“, so Pastor Stephen Hamilton.