„Kirche ist Familie“, sagt Pastor Stephen Hamilton in seinem Gemeindebüro in Hamburg-Langenhorn begeistert. Und das meint er im Kleinen, wie im Großen. Für seine eigene Gemeinde, das „Victory Outreach Ministry“, sorgt er für spirituelle und auch soziale Gemeinschaft. Gottesdienste, Jugendarbeit, Anteilnahme untereinander, Ansprache – alles das lebt hier unter Menschen, die biografische Wurzeln in Ghana, Nigeria, Kenia, dem Kongo, Togo und der Ukraine haben.
Gemeinsam Kirche sein in gemeinsamen Räumen
Und weiter sagt er: „Lasst uns doch gemeinsam die Kirchen und Gemeindehäuser hier nutzen.“ Denn – wie die meisten Internationalen Gemeinden auf dem Gebiet der Nordkirche – hat auch er Räume gemietet. Er hat eine Büroetage in Hamburg-Langenhorn gefunden, andere Gemeinden würden sich sonntags auch in Lagerräumen versammeln, die oft in Außenbezirken lägen und schlecht erreichbar seien. Die Gemeinden finanzieren ihre Arbeit ausschließlich aus Spenden. Vom Topf der Kirchensteuern erhalten sie nichts, obwohl viele ihrer Mitglieder diese bezahlen.
Engagement in unserer Gesellschaft
Das Geld würde der Pastor viel lieber in die vielen Pläne investieren, die er hat: „Ich sehe zum Beispiel einen großen Bedarf für die immer mehr werdenden alten und pflegebedürftigen Menschen mit Migrationsgeschichte hier.“ Viele seiner Gemeindemitglieder arbeiten im Bereich der Pflege und Seniorenbetreuung. Sie erleben tagtäglich, dass gerade Menschen in Heimen, die schlecht Deutsch sprechen und hier keine Familie haben, unter Einsamkeit und Depressionen leiden. Für sie würde er gerne eine Tagesbetreuung organisieren, doch dafür fehlen Ressourcen und vor allem Räume. „Kirche ist für sie dann Familie“, so Pastor Stephen Hamilton.