Pastor Prince Ossai Okeke ist seit zehn Jahren Referent für die Beziehungen der Nordkirche zu Internationalen Gemeinden. Er hat die Gründung des Internationalen Kirchenkonvents auf dem Gebiet der Nordkirche initiiert. Mehr als 45 internationale Gemeinden sind in diesem ökumenischen Bündnis Mitglied. Sein Arbeitsplatz ist im Ökumenewerk der Nordkirche. Außerdem ist Prince Okeke Pastor und Gründer des Christ Ambassadors Ministry in Hamburg.
Viele unserer Gemeindemitglieder werden nicht in Hamburg sein, denn sie reisen in ihre Heimatländer. Das Reisen während der Weihnachtszeit hat eine lange Tradition, auch in afrikanischen Ländern reisen die Menschen in ihre Heimatorte, um dort mit ihren Familien Weihnachten zu feiern. Unsere Gottesdienste sind also zu Weihnachten nicht überfüllt. Das ist anders als in deutschen Gemeinden.
Dafür ist es umso wichtiger, dass die Menschen bei uns Einheit und Zusammengehörigkeit erleben. Weihnachten ist auch für viele in unserer Gemeinde der Moment, in dem wir spüren: wir gehören zu Gott und zueinander. Gott durch Christus teilt unser Leben und schenkt uns Liebe und Hoffnung, die uns tragen. Für uns ist das keine Randbemerkung, sondern eine Einladung zum Gottesdienst. Weihnachten öffnet Türen. Die Botschaft der Engel „Fürchtet euch nicht! aus Lukas 2:10“ gilt nicht nur damals, sondern auch für uns heute.
Wir kommen festlich, manchmal auch extravagant gekleidet zum Gottesdienst. Die Texte und Lieder richten den Blick auf Jesus und seine Lebensgeschichte. Die Tradition der Lieder ist international – ob „Jingle Bells“ oder „Joy to the World“. Weihnachten ist ohne Reis und Hähnchen nicht komplett: Reis in vielen Variationen, gebraten, gekocht oder Jellof-Reis, und Hähnchen muss als Fleischbeilage dabei sein! Wenn Reis und Hähnchen beim Weihnachtsgottesdienst nicht angeboten werden, stimmt etwas nicht, denn Essen und gemeinsames Essen sind wesentlich, sie verbinden uns untereinander.
Liebe, Freude, Dankbarkeit und Teilen: Das ist meiner Meinung nach der Geist von Weihnachten. Wir wollen werden wie die Kerzen, die wir Weihnachten anzünden, wir wollen leuchten und anderen ein Licht geben.