Prince Ossai Okeke, Referent für Internationale Gemeinden im Ökumenewerk der Nordkirche und Pastor des „Christ Ambassadors Ministry“ teilt seine Gedanken um Jahreswechsel.
Diese Fastenzeiten unterscheiden sich je nach Gemeinde in ihrer Dauer: Manche Gemeinden fasten 21 Tage, andere den gesamten Monat Januar, wieder andere sogar 40 Tage. Während dieser Zeit finden in vielen Gemeinden tägliche Gebetszeiten statt – morgens, abends oder beides, je nach Möglichkeit. Diese Gebete sind gezielt, intensiv und erwartungsvoll. Die Gemeinde bittet Gott darum, dass das verheißene Wort sichtbar wird und sich manifestiert.
Fasten zu Beginn des Jahres verstehen wir auch als geistlichen Auftakt: Wir in den Gemeinden erkennen an, dass wir nicht wissen, was das Jahr bringen wird – Gott aber kennt es. Durch Fasten und Gebet wird das ganze Jahr bewusst in Gottes Hände gelegt: zur Leitung, zum Schutz, zur Versorgung und zum Segen.
Neben dem gemeinschaftlichen (corporate) Fasten wird jedes Gemeindemitglied ermutigt, sich persönlich zu reflektieren:
Wie war mein vergangenes Jahr?
Wie möchte ich mich geistlich, familiär und persönlich weiterentwickeln?
Wie war meine Rolle als Vater, Mutter, Ehepartner oder Gemeindemitglied?
Welche Veränderungen möchte Gott in mir bewirken?
Fasten ist somit eine Zeit der inneren Ordnung, der Erneuerung von Gedanken und der bewussten Neuausrichtung. Ein zentraler Aspekt des Fastens ist auch die Intensivierung der persönlichen Beziehung zu Gott. In dieser Zeit sucht der Gläubige bewusst Gottes Nähe, hört auf seine Stimme und entdeckt neue Wege des Dienens – sowohl in der Gemeinde als auch im Alltag.
In vielen internationalen Gemeinden gilt: Eine Gemeinde oder ein Christ, der weder betet noch fastet, wird nicht als geistlich lebendig wahrgenommen. Deswegen gibt es viele Zeiten des Fastens bei uns, zum Beispiel vor Ostern, um Pfingsten, im Herbst oder am Jahresende.